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Autoritarismus rechts, links und in der Mitte: Forschungslücken und -perspektiven

Was ist Autoritarismus und gibt es das nur rechts?

Politische Ansichten mit Gewalt durchzupeitschen, abweichende Meinungen zu unterdrücken, abzuwerten oder zu verfolgen, widerspricht freiheitlichen, demokratischen Grundsätzen. Autoritarismus wird wissenschaftlich als Einstellungs- und Verhaltensmuster bezüglich dreier Dimensionen verstanden und untersucht:

  1. Autoritäre Aggression,
  2. Unterwürfigkeit und
  3. Konventionalismus.[i]

Die bisherige Forschung zielt dabei jedoch, in der Tradition der Frankfurter Schule, primär oder nur auf Rechts-Autoritarismus (oder Faschismus), so dass autoritäre Züge u.a. bei der politischen Linken ausgeblendet und zu Unrecht als Mythos behauptet wurden.[ii] Einerseits ist dieser Fokus angesichts der extremen Gewalt des deutschen Rechtsautoritarismus (oder Faschismus) gerade in Deutschland verständlich.

Andererseits weisen auch linke sozialistische Bewegungen und Diktaturen oft enorm autoritäre, gewalttätige Züge auf. Dazu kommt, dass auch linke Aktivisten und Bewegungen in liberalen Demokratien wie Deutschland oft autoritär und gewalttätig agieren, öffentliche Veranstaltungen und Diskussionen verhindern, gewaltsam demonstrieren oder Terroranschläge verüben. Indes wird linker Autoritarismus oft kleingeredet oder verbrämt zu Mitteln des guten Zwecks (Gleichheit oder soziale Gerechtigkeit, Schutz von Umwelt, Gesundheit, Demokratie usw.). Auch der „Kampf gegen rechts“ ist insofern autoritär, weil damit sämtliche rechts-konservative Ideen und ihre Träger als fortschritts- und demokratiefeindlich diffamiert und ausgeschlossen werden, was bis in die politische Mitte populär wurde.[iii]

Damit schließt sich eine weitere Lücke der Forschung zum Autoritarismus an, bzgl. der oft als „golden“ verklärten politischen Mitte, womit oft selbstverständlich die als „extrem“ oder „radikal“ diffamierten Positionen abgewertet und an den Rand gedrängt oder ausgeschlossen werden, eine klar illiberale Haltung. Zudem zeigt die politische Mitte in Krisen oft ihre autoritären Seiten:[iv] So wuchsen z.B. nach den islamistischen Terroranschlägen des 11. September 2001 in den USA massenhaft autoritäre Einstellungen, so dass extralegale Angriffskriege, willkürliche Tötungen von Verdächtigen (inklusive Zufallsopfern) oder Folter legitimiert und praktiziert wurden.[v] Auch in der „Corona-Pandemie“ 2020-2022 wurden in vielen Ländern rasch und allzu leicht freiheitliche, demokratische und rechtstaatliche Grundfesten wie selbstverständlich abgeräumt (zumindest temporär).[vi] Dazu wurden abweichende Meinungen und Dissidenten an den Rand gedrängt, diffamiert (als „Leugner“, „Schwurbler“ oder gefährliche „Idioten“) und oft aus fadenscheinigen Gründen aus beruflichen Stellungen entfernt oder ins Gefängnis gesteckt.[vii]

Als Hintergrund ist dazu nur kurz zu erwähnen, dass das Regieren per Ausnahmezustand, definiert als krisenbedingte Machtkonzentration bei Regierung und Verwaltung, schon länger in liberale Rechtsordnungen eingebaut und quasi zum Normalzustand des Regierens wurde.[viii] Wegweisend prägte dabei in der wirtschaftlichen Krise der 1970er Jahre die Premierministerin des Vereinigten Königreichs, Margret Thatcher, die Zauberformel „Alternativlosigkeit“, womit Mitte-Rechts wie Mitte-Links-Regierungen in vielen Ländern oft unpopuläre „Reformen“ durchpeitschten.[ix] Grundlage dessen ist ein technokratischer oder „szientistischer Autoritarismus“, der eher sanft und heimtückisch daherkommt.[x] Herrschende behaupten ständig, die Wissenschaft sei auf ihrer Seite, wie man früher Kriege führte und dabei rief: „Gott ist mit uns“.[xi] Wer kann oder mag sich schon gegen „die“ Wissenschaft oder das „einzig Wahre und Gute“ stellen und z.B. gegen Modernisierung, Zukunftssicherung, Nachhaltigkeit, Solidarität, Gesundheitsschutz, die Rettung der Demokratie oder gleich der ganzen Welt (per Umwelt- oder Klimaschutz)? Dabei wird aber vergessen und verschleiert, dass keine politische Entscheidung „alternativlos“ ist und ohne Ideologien oder Interessen, wobei tatsächlich oft eine trübe, anrüchige Mischung vorliegt, indem Wissenschaft korrumpiert und missbraucht wird.[xii]

Drittens und last not least bleiben in der Forschung zum Autoritarismus auch religiöse Aspekte oft unterbelichtet.[xiii] Auch dazu gibt es z.B. in den oben genannten populären Studien zum Rechtsautoritarismus um Decker, Zick et al. keinerlei Fragen oder Items. Derzeit ist aber nicht nur in Deutschland insbesondere ein islamisch oder islamistisch motivierter Autoritarismus am Wachsen. Aber auch christliche, jüdische oder andere Religionen und Ideologien zeigen immer wieder autoritäre Züge, wobei sich diese oft mit rechts-autoritären Tendenzen verbinden (ohne aber darin aufzugehen).

Forschungsperspektiven

Zunächst besteht das Problem, dass zwar autoritäres Verhalten einigermaßen zuverlässig beobachtet werden kann, die zugrunde liegenden Einstellungen und Motive müssen aber erfragt und rekonstruiert werden. Damit entstehen verschiedene methodische Probleme: So bleiben autoritäre Einstellungen oft unbewusst oder sie werden verdrängt und geleugnet, zumal diese gesellschaftlich verpönt sind. Deshalb müssen möglichst geschickte Fragen und Aussagen zur Bewertung eingesetzt werden, wobei die Zusicherung von Anonymität mit dem Einsatz von Kontrollfragen Verzerrungen durch sozial erwünschtes Antworten einigermaßen minimieren und aufklären soll.[i] Last not least müssen solche Instrumente methodisch kontrolliert und getestet oder „validiert“ werden. Aufbauend auf diversen vorhandenen validierten Instrumenten zu Rechts- wie Links-Autoritarismus und einem generischen Instrument (Aggression-Submission-Conventionalism Scale), habe ich nachfolgend einen Katalog generischer Items ausgewählt und weiterentwickelt, um möglichst ideologisch neutral zu bleiben (Tabelle 1).

Tabelle 1: Generische Skala zu Autoritarismus [i]

Autoritäre Aggression1. Gegen diejenigen, die unsere gesellschaftlichen Werte und Regeln verletzen, sollte mit aller Härte vorgegangen werden.
2. Gegner der freiheitlich-demokratischen Ordnung sollten deutlich zu spüren bekommen, dass sie in der Gesellschaft unerwünscht sind.
3. Gesellschaftliche Regeln sollten ohne Rücksicht durchgesetzt werden.
Gewaltneigung4. Ich bin in bestimmten Situationen bereit, körperliche Gewalt anzuwenden, um berechtigte Interessen durchzusetzen.
5. Selber würde ich keine Gewalt anwenden. Aber es ist gut, dass es Leute gibt, die das tun, wenn es anders nicht weitergeht.
Befürwortung Diktatur6. Im gesellschaftlichen Gesamtinteresse ist unter bestimmten Umständen eine Diktatur die bessere Staatsform.
Unterordnung7. Staatlichen Institutionen sollte man generell vertrauen und folgen.
8. Menschen sollten weitreichende Entscheidungen in der Gesellschaft jenen überlassen, die es besser wissen.
9. Wichtige Entscheidungen in der Gesellschaft sollten eher durch wissenschaftliche Experten als Politiker bestimmt werden.
Konventionalismus10. Bewährte Verhaltensweisen und Traditionen sollten gepflegt und aufrechterhalten werden.
11. Es ist gut für die Gesellschaft, wenn alle den geltenden Werten und Normen folgen.
12. Traditionen und Regeln müssen gebrochen werden, um die Gesellschaft voranzubringen.
Intoleranz13. Menschen, die politisch anderer Meinung sind als ich, verdienen dieselben Rechte wie ich.
14. Radikale Meinungen sollten von der Regierung bekämpft und unterdrückt werden.
15. Menschen, die anderen gegenüber intolerant sind, verdienen keine Redefreiheit.
Soziale Erwünschtheit (zur Kontrolle)16. Ich habe schon mal zu viel Wechselgeld erhalten und nichts gesagt.
17. Ich bin immer ehrlich zu anderen.
18. Ich habe gelegentlich mal jemanden ausgenutzt.
Politische Links-Rechts-Orientierung (Kontrolle)

19. In der Politik reden die Leute oft von „links“ und „rechts“. Wo würden Sie sich auf dieser Skala von ”links” nach ”rechts” einordnen?“ (0 = links – 10 = rechts).
Bitte antworten Sie auf Skala von 1 bis 7, von 1 = „stimme gar nicht zu“ über 4 = „teils-teils/unentschieden“ bis 7 = „stimme voll zu“ (ggf. invers rekodiert), 9 = „weiß nicht/keine Angabe“.

Primär oder vorrangig interessieren autoritäre Aggressionen, d.h. die Bereitschaft, abweichende Meinungen oder Verhalten zu unterdrücken und bestrafen, wozu die Neigung zu Gewalt und Befürwortung einer Diktatur kommt. Weiter sind dogmatische, intolerante Haltungen, mit der Bereitschaft und Forderung zur Anpassung und Unterordnung relevant.

Nicht aufgenommen oder stark abgewandelt wurden Items, die erkennbar nur auf Links—oder Rechts-Autoritarismus zielen und deutliche ideologische Stimuli in die eine oder andere Richtung aufweisen.[i] Für diese generische Untersuchung von Autoritarismus spricht, dass bei Links- wie Rechtsautoritären oft ähnliche Einstellungs- und Verhaltensmuster am Werk sind, wie moralischer Rigorismus, Dogmatismus, Engstirnigkeit und Forderungen nach einer rigiden sozialen oder staatlichen Kontrolle, so dass sogar wider Erwarten oft positive Korrelationen zwischen Links- und Rechts-Autoritarismus gefunden wurden.[ii] Zu betonen ist, dass entsprechend nicht nach der Bereitschaft zur Unterordnung unter „Führer“ oder nach Einstellungen zu „Führerschaft“ gefragt werden soll, wie es sonst üblich und vorrangig ist.[iii] Denn autoritäre, aggressive Forderungen nach Unterordnung und Anpassung werden heute eben eher abstrakt begründet, etwa, dass man „der“ Wissenschaft folgen soll, d.h. dass man z.B. Annahmen der extremen Gefährlichkeit von Covid-19 oder zur menschengemachten Klimakrise nicht bestreiten darf und bei Zuwiderhandeln diffamiert, ausgeschlossen oder bestraft wird.[iv]

Ausblick

Das hier skizzierte generische Instrument zur Ermittlung von Autoritarismus müsste nun im nächsten Schritt genauer getestet und „validiert“ werden. Dazu sollten auch alternative, stärker politisch-ideologisch orientierte Stimuli kontrollierend eingesetzt werden, die konkretere linke, mittige oder rechte Positionen enthalten, um die Funktionalität der generischen Herangehensweise zu testen, insbesondere, ob diese nicht zu abstrakt oder allgemein bleiben, um autoritäre Affekte zu ermitteln.

Literatur

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[i]    Z.B.: Thomas Costello u. a., „Clarifying the Structure and Nature of Left-Wing Authoritarianism“, Journal of Personality and Social Psychology 122, Nr. 1 (11. Mai 2020): (preprint), doi:https://doi.org/10.1037/pspp0000341. Bei diesem Konzept erscheint zudem die Dimension der “anti-hierarchical aggression“ wenig überzeugend, weil die Trennung zu anarchistischen, antiautoritären Haltungen zweifelhaft ist (vgl. Van Hiel, Duriez, und Kossowska, „The Presence of Left‐Wing Authoritarianism in Western Europe and Its Relationship with Conservative Ideology“.). Dazu kommt, dass dieses Instrument auch einen Bias zu spezifischen politischen Gegebenheiten der USA aufweist.

[ii]   Vgl. Kieren J. Lilly u. a., „Identifying “Types” of Authoritarians: A Latent Profile Analysis of Left- and Right-Wing Authoritarianism and Social Dominance Orientation“, European Journal of Personality 39, Nr. 4 (1. Juli 2025): 518–34, doi:10.1177/08902070241280319.

[iii]   Vgl. Beyerlein et al., Kurzskala Autoritarismus: „1. Wir brauchen starke Führungspersonen damit wir in der Gesellschaft sicher leben können. (U1) 2. Menschen sollten wichtige Entscheidungen in der Gesellschaft Führungspersonen überlassen. (U2) 3. Wir sollten dankbar sein für führende Köpfe, die uns genau sagen, was wir tun können. (U3)“. Aber auch in den zwei prominenten Instrumenten zum Links-Autoritarismus sind solche Items vorhanden, die zudem eine Fülle an stark auf die USA fokussierte Aspekte enthalten, welche für ein generisches Instrument zur Messung von Autoritarismus nicht in Frage kommen (vgl. Conway III u. a., „Finding the Loch Ness Monster“; Costello u. a., „Clarifying the Structure and Nature of Left-Wing Authoritarianism“.).

[iv]   Letzteres bejahten 64% der wissenschaftlich Beschäftigten, was im Zwischenbericht einer Studie zur akademischen Redefreiheit nicht einmal als Problem erkannt wird (vgl. Günter Roth, „Alles gut oder Balken im eigenen Auge? Zur Studie ‚Akademische Redefreiheit‘“, Einfch kompliziert: Gedanken zu Politik und Gesellschaft, 28. November 2024, doi:10.13140/RG.2.2.18198.41284/1.)


[i]    Autoritäre Aggression (1-3) vgl. Beierlein u. a., „Die Kurzskala Autoritarismus (KSA-3)“. Gewaltneigung und Befürwortung Diktatur (4-6) vgl. Decker u. a., Vereint im Ressentiment: Autoritäre Dynamiken und rechtsextreme Einstellungen (Leipziger Autoritarismus Studie). Unterordnung, Konventionalismus, Intoleranz (7-15) modifiziert nach: Philip T. Dunwoody und Friedrich Funke, „The Aggression-Submission-Conventionalism Scale: Testing a New Three Factor Measure of Authoritarianism“, Journal of Social and Political Psychology 4, Nr. 2 (25. August 2016): 571–600, doi:10.5964/jspp.v4i2.168; Lucian Gideon Conway III u. a., „Finding the Loch Ness Monster: Left-Wing Authoritarianism in the United States“, Political Psychology 39, Nr. 5 (Oktober 2018): 1049–67, doi:10.1111/pops.12470. Soziale Erwünschtheit (16-18) vgl. Niels Winkler, Martin Kroh, und Martin Spiess, „Entwicklung einer deutschen Kurzskala zur zweidimensionalen Messung von sozialer Erwünschtheit“, DIW Discussion Papers 579 (2006). Politische Links-Rechts-Skala nach GESIS, https://www.gesis.org/angebot/daten-aufbereiten-und-analysieren/question-link/links-rechts-orientierung#c104584.


[i]    Vgl. z.B. Elisabeth Noelle-Neumann und Thomas Petersen, Alle, nicht jeder: Einführung in die Methoden der Demoskopie, 4. Auflage (München: dtv, 1998; Berlin, Heidelberg, New York: Springer-Verlag, 2005).


[i]    Vgl. z.B. Constanze Beierlein u. a., „Die Kurzskala Autoritarismus (KSA-3)“ (GESIS Leibniz-Institut für Sozialwissenschaften, 2014), https://www.gesis.org/fileadmin/kurzskalen/working_papers/KSA3_WorkingPapers_2014-35.pdf.

[ii]   Lucian Gideon Conway III u. a., „Is the myth of left-wing authoritarianism itself a myth?“, Frontiers in Psychology 13 (8. Februar 2023): 1041391, doi:10.3389/fpsyg.2022.1041391. Alain Van Hiel, Bart Duriez, und Malgorzata Kossowska, „The Presence of Left‐Wing Authoritarianism in Western Europe and Its Relationship with Conservative Ideology“, Political Psychology 27, Nr. 5 (2006): 769–93. In dieser Studie zeigen sich extreme Linke sogar autoritärer als extreme Rechte, vor allem bzgl. Aggressionen (ebd. S. 785). Indes blickt in Deutschland die medial weit rezipierte “Leipziger Autoritarismus Studie“ nur nach rechts (vgl. Oliver Decker u. a., Hrsg., Vereint im Ressentiment: Autoritäre Dynamiken und rechtsextreme Einstellungen (Leipziger Autoritarismus Studie) (Gießen: Psychosozial-Verlag, 2024). Kritisch dazu: Günter Roth, „Zur einäugigen, verzerrten Sicht der Leipziger Autoritarismus-Studie“, einfachkompliziert, 28. Januar 2025, doi:10.5281/zenodo.18515853. Ähnliches gilt für ähnlich bekannte Studien zu „gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit“, vgl. Andreas Zick, Beate Küpper, und Wilhelm Berghan, Verlorene Mitte — Feindselige Zustände: Rechtsextreme Einstellungen in Deutschland 2018 (Bonn: Dietz, JHW Nachf., 2019).

[iii]   Vgl. Günter G. Roth, „Im Stellungskrieg um Meinungsfreiheit“, einfachkompliziert, 10. Juni 2026, https://einfachkompliziert.de/krieg-meinungsfreiheit/; Günter Roth, „Gefährliche Alternative:  Wer oder was gefährdet die Demokratie?“, Kritische Gesellschaftsforschung Nr. 3, Nr. 3 (2024), doi:https://cdoi.org/1.1/064/000062; Günter G. Roth, „Gefährliche Alternative für Deutschland: Gibt es neue Erkenntnisse vom Verfassungsschutz?“, www.einfachkompliziert.de, 26. August 2025, doi:10.13140/RG.2.2.22467.26403.

[iv]   Generell korrelieren Ängste und Krisenwahrnehmungen stark positiv mit autoritären Einstellungen, vgl. z.B. Lucian Gideon Conway III, „Authoritarianism and Threat in 59 Nations“, Journal of Personality 94, Nr. 2 (2026), doi:10.1111/jopy.13026. Weitere Analysen, insbesondere zu den autoritären Schüben der Corona-Krise siehe: Günter Roth, „Krisenpolitik und Autoritarismus des ‚Guten und Wahren‘“, einfachkompliziert, 6. Juni 2023, doi:10.5281/zenodo.20627923.

[v]    Vgl. Annette Förster, „Die Normalisierung der Ausnahme? 15 Jahre Ausnahmezustand in den USA“, in Ausnahmezustand: Theoriegeschichte – Anwendungen – Perspektiven, hrsg. von Matthias Lemke, Staat – Souveränität – Nation (Wiesbaden: Springer Fachmedien, 2017), 303–19, doi:10.1007/978-3-658-16588-8_18.

[vi]   Aus juristischer Sicht: Sebastian Lucenti, „Keine ‚Lex-COVID-19‘ für Corona-Maßnahmen – Teil I: Das Ende des verfassungsrechtlichen Tunnelblicks auf staatliche Entscheidungen unter Unsicherheiten“, Neue Zeitschrift für Verwaltungsrecht (online) 42, Nr. 2 (2023): 1–13; Sebastian Lucenti, „Keine ‚Lex-COVID-19‘ für Corona-Maßnahmen – Teil II: Unverhältnismäßigkeit einer mittelbaren und unmittelbaren Impfpflicht gegen COVID-19“, Neue Zeitschrift für Verwaltungsrecht (online) 42, Nr. 2 (2023): 1–13; Dietrich Murswiek, „Die zwei Schutzgüter des Rechts auf Leben: Über Abwägungsfehler bei der Anwendung des Rechts auf Leben am Beispiel der Corona-Politik“, in Völkerrecht – Europarecht – Deutsches Recht. Festschrift für Professor Gilbert Gornig Bd. II, hrsg. von Peter Hilpold und Christoph Perathoner (Wien: Facultas, 2023).

[vii]   Vgl. Marcus Klöckner und Jens Wernicke, Möge die gesamte Republik mit dem Finger auf sie zeigen: Das Corona-Unrecht und seine Täter, 1. Auflage, ungekürzte Ausgabe (München: RBmedia Verlag, 2022); Wolfgang Stölzle und Günter G. Roth, Hrsg., Mut zum Widerspruch: Dissidenten der Alternativlosigkeit berichten (Basel: discorso, 2025).

[viii]  Giorgio Agamben, Ausnahmezustand, 3. [Aufl.] (Frankfurt am Main: Suhrkamp, 2004).

[ix]   Vgl. Astrid Séville, There is no alternative: Politik zwischen Demokratie und Sachzwang (Frankfurt a. M.: Campus Verlag, 2017).

[x]    Vgl. Sheldon S. Wolin, Umgekehrter Totalitarismus: Faktische Machtverhältnisse und ihre zerstörerischen Auswirkungen auf unsere Demokratie (Neu-Isenburg: Westend Verlag GmbH, 2022). Allerdings ist der Titel uneindeutig, zumal der Begriff des Totalitarismus selbst problematisch ist in Anwendung auf Demokratien, trotz Aushöhlung. Vgl. zum technokratischen Autoritarismus ausführlich: Roth, „Krisenpolitik und Autoritarismus des ‚Guten und Wahren‘“.

[xi]   Pierre Bourdieu, Das politische Feld: Zur Kritik der politischen Vernunft (Konstanz: UVK Universitätsverlag, 2001), S. 56.

[xii]   Vgl. Norbert Häring, Der Wahrheitskomplex (Neu-Isenburg: Westend Verlag GmbH, 2026). Christian Kreiss, Gekaufte Wissenschaft: Wie uns manipulierte Hochschulforschung schadet und was wir dagegen tun können (Hamburg: tredition, 2020).

[xiii]  Vgl. Joshua A. Cuevas und Bryan L. Dawson, „An Integrated Review of Recent Research on the Relationships Between Religious Belief, Political Ideology, Authoritarianism, and Prejudice“, Psychological Reports 124, Nr. 3 (Juni 2021): 977–1014, doi:10.1177/0033294120925392.

Der Beitrag wurde zugleich bei Zenodo publiziert: https://doi.org/10.5281/zenodo.22285239

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